Informationen zum Unfallschwerpunkt
Bundesstraße B275, "Todesstreifen Ortenberg"

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Genauere Informationen zu den Unfällen und Gegebenheiten der B275 in Ortenberg

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Auffällig ist dabei, dass nahezu an der gleichen Stelle, an der meine Mutter tödlich verletzt wurde (in Höhe Post/Apotheke), bereits mittlerweile drei Fußgängerinnen, die alle um die 70 Jahre alt waren, in den letzten drei aufeinander folgenden Jahren auf fast gleiche Weise bei Überqueren der Straße schwer verletzt bzw. getötet wurden. Bei allen Unfällen weisen unfallanalytische Gutachten bzw. gerichtlich ausgesprochene Urteile den beteiligten Fahrzeugführern die Schuld an den Ereignissen zu.

Der Laufweg zu dem vorhandenen Fußgängerüberweg in Höhe des Zugangs zur Altstadt und zurück scheint insbesondere für viele ältere Mitbürger zu lang und zu beschwerlich, sodass Ihnen nur die Alternative bleibt, in Höhe Post/Apotheke die Straße unter für sie erheblichem Risiko trotz freier Sicht der Autofahrer zu queren.
So zeichnete sich als Unfallmuster immer wieder ab, dass die Fußgänger an dieser Stelle die Fahrbahn bereits fast vollständig überquert hatten, als die Unfälle stattfanden und die Autofahrer - ohne die Geschwindigkeit trotz erkennbarer Gefahrensituation zu verlangsamen - die Fußgängerinnen überfuhren.

Im Zuge der unfallanalytischen Betrachtungen des tödlichen Unfalls meiner Mutter wurde seitens verschiedener Gutachter vor allem beobachtet:

  • Auf der Bundesstraße ist keine Fahrbahnmarkierung der Fahrbahnmitte vorhanden, obwohl diese breiter als 5,5 m ist.
  • Bordsteine der Bundesstraße zum Bürgersteig hin sind über eine längere Strecke bodengleich eingeebnet.
  • Die Bushaltestelle Richtung Selters befindet sich auf dem Bürgersteig und ist nicht zur B 275 abgegrenzt. Es ist keine durch Hochborde ausgebildete und begrenzte Busbucht vorhanden. Die Bushaltestelle ist zum Bürgersteig hin lediglich mit weißer Farbe abmarkiert, wodurch Busse mit sehr hoher Geschwindigkeit bereits weit vorher auf dem Bürgersteig einfahren und Fußgänger gefährden (gemessen wurden im Einzelfall mehr als 60 km/h Busgeschwindigkeit auf dem Bürgersteig).
  • Fahrzeuge fahren mit hoher Geschwindigkeit an Linksabbiegern, die zum Marktplatz in Höhe der Post abbiegen, rechts vorbei über den Bürgersteig oder die Bushaltestelle und gefährden dadurch Fußgänger (fehlende Bordsteinkante).
  • Auf dem Bürgersteig Richtung Selters zwischen der abmarkierten Busspur und der Wartehalle der Bushaltestelle ist der Durchgang durch die feste Anbringung eines steinernen Papierkorbes für Personen mit Kinderwagen bzw. Rollstuhlfahrer der Durchgang schwer passierbar. Diese weichen oftmals auf die Bushaltestelle aus.
  • Die beobachteten Hauptlaufzonen des insgesamt sehr diffusen und unberechenbaren Fußgänger-verkehrs, der die B 275 an der südwestlichen Ausfahrt des Marktplatzes quert, sind zwischen der Post und der Apotheke sowie im Bereich der Bushaltestellen/Kiosk (hier insbesondere querende Schulkinder). Dort wurde beobachtet, wie verschiedentlich Fußgänger nach längeren Wartezeiten über die Straße rennen mussten, um von herannahenden Fahrzeugen nicht erfasst zu werden. Keines der beobachteten Fahrzeuge hat seine Fahrt trotz der Gefahr durch die querenden Fußgänger verlangsamt.
  • Insbesondere am Wochenende und nachts ist ein extrem schneller Durchgangsverkehr zu verzeichnen, bei dem insbesondere Einzelfahrzeuge (siehe tödlicher Unfall Anna Margareta Barbara Klein, Einzelfahrzeug/Sonntag früh) wesentlich schneller als die erlaubten 50 km/h fahren.

Zusammengefasst wurde seitens der unfallanalytischen Gutachter bezüglich einer Überarbeitung der Verkehrssituation im Wesentlichen empfohlen:

  • Schaffung einer weiteren Fußgängerschutzanlage auf der B 275 im Bereich der Post, um den diffusen querenden Fußgängerverkehr zwischen Kiosk und Apotheke zu bündeln
  • Aufstellung des Schildes „Fußgänger queren“ in Höhe des Kiosks (Fahrtrichtung Selters) und in Höhe der Opel (Fahrtrichtung Eckartsborn) – z. B. Schilder 133, 136 StVO mit Angabe der Länge der Gefahrstrecke
  • die Verlegung des Schulbusverkehrs auf den sichereren Marktplatz
  • die Wiederherstellung der Bordsteinkanten
  • die Ausbildung einer durch Hochborde abgegrenzten Fahrbahnhaltestelle gem. EAE 85/95 in Fahrtrichtung Selters, um sicherzustellen, dass keine Fußgänger durch Busse auf dem Bürgersteig gefährdet werden
  • die Herstellung der notwendigen und vorgeschriebenen Fahrbahnmarkierung und
  • die Schaffung einer durch eine beidseitige Radaranlage kontrollierten 30 km/h-Zone (Vorschlag: Radaranlage Fahrtrichtung Selters in Höhe Kiosk, Fahrtrichtung Eckartsborn in Höhe Apotheke)

Durch die Überwachung des fließenden Verkehrs mittels einer Radaranlage können insbesondere nachts und an den Wochenenden neben der Herstellung eines geordneten Straßenverkehrs erhebliche Einnahmen für die Stadt Ortenberg erzielt werden.

Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen - insbesondere um die Ernsthaftigkeit bei der Betrachtung der vorangegangenen Thesen und Vorschläge zu unterstreichen – dass es dem Fahrer des Fahrzeugs, das meine Mutter tötete, erst 66,5 Meter nach dem Unfall gelang, das Fahrzeug zum Stehen zu bringen.

Es ist im Sinne vieler meiner Nachbarn und der bisherigen Verkehrsopfer, wenn alsbald eine Verbesserung der Verkehrssituation in der OD Ortenberg erreicht werden könnte und es insbesondere für Kinder und ältere Menschen wieder möglich wäre, die B 275 zwischen Post, Apotheke und der Bushaltstellen sicher zu überqueren und den Bürgersteig mit einem sicheren Gefühl betreten zu können.

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